Bild des Monats

MEYER HANS RUDOLF VON ZOLLIKON
MEYER HANS RUDOLF VON ZOLLIKON

 

Alte Drucktechniken

Was ist ein Stich? Holzschnitt Radierung oder Aquatinta usw.

 

Auf dieser Seite versuche ich einige Beispiele zu zeigen um eine gewisse Ahnung über diese Druck und Kunsttechniken zu vermitteln.

Die Beschreibungen sind sicher nicht vollständig, aber die wichtigsten Unterschiede sind angedeutet. Die Informationen darüber habe ich einschlägigen Beschreibungen diverser Sites entnommen und auf das Wesentliche gekürzt.

Der Holzschnitt

Enstanden in Europa im 15. Jahrhundert.

Hochdruckverfahren.

Beim Holzschnitt werden alle nicht  druckenden Teile einer Holzplatte weggeschnitten. Die Umrisse und Linien des Bildes bleiben bestehen. Diese werden mit Druckerschwärze (oder Farben) eingefärbt und mit dem Bildträger (Papier oder andere Materialien) gepresst. Es entstehen dabei wie beim alten Buchdruck (mit Bleistempel) leichte Vertiefungen auf dem Papier.

Der Dorfweibel, Holzschnitt Willi Wenk
Der Dorfweibel, Holzschnitt Willi Wenk

 

Beispiel eines Holzschnittes.

Linolschnitt

Gleiches Verfahren wie beim Holzschnitt, ausser dass die beschnittene Platte aus dem weichen Linoleum besteht.

893; Emmentaler Landschaft von Kurt Siegenthaler
893; Emmentaler Landschaft von Kurt Siegenthaler

Beispiel eines Linolschnittes

Der Kupfer - Stich

Erfunden um 1450.

Tiefdruckverfahren.

Mit verschiedenen Grabwerkzeugen wird eine Kupferplatte so bearbeitet, dass durch das Ausheben von Kupferspänen vertiefte Linien entstehen. Da die Schatten der Darstellung durch parallel oder kreuzweise gelegte Vertiefungen erzeugt werden mussten, dauerte die mühevolle Arbeit an der Platte oft wochenlang. Nach Fertigstellung der Platte wird Druckerschwärze aufgebracht und in alle Ritze und Linien verteilt. Die glatte Oberfläche der Platte wird abgewischt. Das aufgepresste Papier "saugt" beim Druckvorgang die Farbe aus den Vertiefungen heraus.

 

Kupferstiche waren über Jahrhunderte sehr beliebt und verbreitet. Das weiche Kupfer erlaubt nur eine begrenzte Auflage (einige Hundert gute Expl.)und ist deshalb bei Sammlern hoch geschätzt. Die Kupferstich - Ansichten erreichten Ihren Höhepunkt im 17. und 18. Jahrhundert.

219; David Herrliberger, Dietschiberg bei Luzern 1754
219; David Herrliberger, Dietschiberg bei Luzern 1754

Beispiel eines Kupferstiches

Die Kupfer - Radierung

Erfunden um 1500

Tiefdruckverfahren.

Hier wird auf eine Kupferplatte eine dünne Schicht aus Russ und Wachs, Harz oder Teerlack aufgetragen.Der Künstler ritzt nun sein Werk in diese Schicht ein bis das Kupfer zum Vorschein kommt. Die fertig bearbeitete Platte kommt nun in ein Säurebad. An den freigelegten Stellen frisst sich die Säure in das Kupfer wobei die noch beschichteten Teile geschützt bleiben. Nachher wird die Platte von der Schicht befreit und die Druckerschwärze aufgebracht. Diese verteilt sich in den durch die Säure entstandenen Rillen.Die glatte Oberfläche wird dann sorgfältig abgewischt und es erfolgt der eigentliche Druckvorgang.

 

Die Radierung erlaubt dem Künstler eine freiere Linienführung da die weiche Beschichtung der zeichnenden Hand keinen Widerstand leistet. Die so entstandenen Werke werden von den Sammlern ebenfalls hochgeschätzt, denn auch diese Druckart erlaubt nur wenige Hundert gute Exemplare wegen des weichen Kupfers.

Plinio Colombi, Kapelle von Münster im Oberwallis, 1914
Plinio Colombi, Kapelle von Münster im Oberwallis, 1914

Beispiel einer Kupfer - Radierung

Die Aquatinta

Die Aquatinta ist, wie die Kupferradierung, ein Tiefdruckverfahren.

Ihren samtigen Charakter in den Schattenpartien erhält sie dadurch, dass feine Harzkörner auf die erhitzte Kupfer-Platte aufgeschmolzen werden, bevor diese ins Säurebad kommt. An den nicht bedeckten Stellen ätzt die Säure ihre Vertiefungen ebenso ein wie die Linien bei der normalen Kupferradierung.

Nach Entfernung des Ueberzugs wird die Platte mit Druckerschwärze versehen.

Sie verteilt sich in den Linien bzw. Vertiefungen und wird dann von der glatten Oberfläche sorgfältig abgewischt. Beim Druckvorgang "saugt" das Papier die Farbe aus den Vertiefungen heraus.

 

Mit dem Aquatintaverfahren erzielt man eine malerische Wirkung, was den grossen Aufwand lohnt. Auch hier sind wegen des weichen Kupfers nur wenige hundert gute Abzüge möglich was den Wert bei Sammlern steigert.

 

Brienz; J.H. Locher um 1840
Brienz; J.H. Locher um 1840

Beispiel einer Aquatinta

Heliogravur

Siehe Beschreibung auf folgendem Link.

 

http://de.wikipedia.org/wiki/Heliograv%C3%BCre

Der Stahl - Stich

Erfunden um 1820

Tiefdruckverfahren.

Eigentlich müsste der Stahlstich "Stahlradierung" heissen, denn die Stahlplatte wird meistens geätzt. Dies ist nur möglich, wenn man den Stahl vorher durch Kohlenstoffentzug "weich"macht. Nach dem Einätzen der Zeichnung wird die Platte wieder verhärtet und ermöglicht somit eine höhere Auflage als beim Kupferstich.

Stahlstiche erlauben eine feinere Linienführung als Kupferstich und Radierung,

da die Stege zwischen den zu druckenden Vertiefungen nicht abgenutzt werden.

Dies machte die genaue Ausarbeitung auch grosser Flächen möglich und führte im Ergebnis zu zahlreichen künstlerisch wertvollen und genauen Orts und Stadtansichten.

Zwischen 1830 und 1860 war der Stahlstich die beherrschende Technik in der Buchillustration. Das starke Interesse in dieser Zeit der Industrialisierung an geographischen, regionalen und völkerkundlichen Themen sorgte dafür,dass eine Fülle von Ansichtswerken entstanden. Die meisten sind geschmückt mit eindrucksvollen und malerischen Stahlstichen. Diese Technik bekam aber   sehr bald Konkurrenz durch die Fotographie.

Bartlett/Wallis; Thun und die Alpen um 1839
Bartlett/Wallis; Thun und die Alpen um 1839

Beispiel eines Stahlstichs

Mezzotinto oder Schabkunst

Das früheste bekannte Werk dieser Technik stammt aus dem Jahr 1642.(von Ludwig von Siegen 1609-1680.)

Schabkunst = Mezzotinto = Halbton.

Es werden keine Linien ins Kupfer gestochen, sondern die Zeichnung wird in Hell-Dunkel-Abstufungen flächig modelliert. Ausgangspunkt ist eine roulierte Kupferplatte, also eine Platte, die von Hand (oder später auch mechanisch) mit Hilfe eines Wiegemessers vollflächig mit einem feinen Netz von Linien und Punkten überzogen wurde.Das Wiegeeisen ist ein Instrument, das aus etwa 20 bis 40 kammartigen Zähnen besteht, das mit einer wiegenden Bewegung unter Kraftanwendung in die Platte gedrückt wird. Da die gesamte Druckplatte mit einem gleichmässigen Raster überzogen werden musste, kann man sich leicht vorstellen, dass diese Vorarbeit recht mühselig gewesen war.

Aus diesem Punktraster "schabt" der Künstler nun die Zeichnung heraus, wobei er im Vergleich zur Stechkunst genau umgekehrt vorgeht. Er arbeitet aus einer vollflächig schwarz druckenden Platte die "Lichter" ( das Weiss mit seinen grauen Abstufungen) heraus. Genauere Beschreibung mit Bildbeispielen finden Sie im folgenden Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Schabkunst

Holzstich oder auch Xylographie

Genauere Beschreibung mit Bildbeispielen finden Sie im folgenden Link:

http://de.wikipedia.org/wiki/Holzstich

 

Lithographie

Genauere Beschreibung mit Bildbeispielen finden Sie im folgenden Link:

http://de.wikipedia.org/wiki/Lithografie