Verena Hiltbrand–Thönen (26. Oktober 1951 – 10. April 2002)
Verena Hiltbrand–Thönen wurde in Zwieselberg BE geboren und wuchs in einer Kleinbauern-Familie auf. Nach ihrer Schulzeit absolvierte sie die Ausbildung zur Me-dizinischen Praxisassistentin (MPA) und arbeitete sowohl in Arztpraxen als auch im Pflegeheim Heiligenschwendi BE.
Am 1. Mai 1980 heiratete sie. Mit grosser Hingabe widmete sie sich ihrer jungen Fa-milie mit zwei Meitschi und einem Buben. Bereits während der Jahre in Stans be-gann Verena, ihre freie Zeit kreativ zu nutzen: Kunststickereien und das Glasritzen wurden zu ersten Ausdrucksformen ihres künstlerischen Empfindens – einer Kreativi-tät, die in ihr angelegt war und zunehmend Raum suchte.
Der Lebensweg der Familie führte von Stans nach Ittigen, weiter über Krattigen bis nach Thun. Verenas feines Gespür für Farben, Formen und Stimmungen liess sie ihre künstlerischen Interessen vertiefen – zunächst an der Malschule Thun, später an der Kunstgewerbeschule in Bern. Erste Arbeiten in Holzschnitt-Drucktechnik entstanden. Gleichzeitig erfüllte sich ihr innerer Drang nach Farbe auf Leinwand in ihren ersten Gemälden. Ihre Reisen nach Israel, Algerien, Frankreich, Südafrika, Namibia und Bali stärkten ihre Inspiration weiter.
Der Wunsch nach mehr Raum für Kunst und einem eigenen Atelier ging mit dem Um-zug in das Einfamilienhaus in Uttigen in Erfüllung. In ihrem Atelier 15, geprägt von zwei grossen Wänden und reichlich natürlichem Licht, entfaltete Verena ihr künstleri-sches Schaffen mit beeindruckender Intensität. Sie suchte nicht den exakten Strich mit Stift oder Pinsel. Vielmehr interessierte sie die Wirkung von Grösse, Farbe und Motiv im Zusammenspiel.
Dabei entwickelte sie eine eigene Technik: das wechselseitige Auftragen von Farb-schichten, das Auflegen von Motiven und das gezielte Abdecken mit Malerband. Ge-tragen vom inneren Bild der Künstlerin war die Leinwand am Ende vollständig ver-hüllt. Erst durch das sorgfältige Entfernen der Abdeckungen offenbarte sich das fertige Werk – vergleichbar mit der Sgraffito-Technik.
Mit Unterstützung von Freunden konnte Verena im Rahmen der Malschule Thun aus-stellen. Es folgte ihre persönliche Ausstellung im Erlengut in Steffisburg, die auf gros-ses Interesse stiess und von zahlreichen Besucherinnen und Besuchern sowie er-folgreichen Bildverkäufen begleitet war.
Bis zu ihrem allzu frühen Tod lebte Verena ihre Passion mit ganzer Schaffenskraft und schenkte vielen Menschen Freude durch ihre Kunst. Ihr Freund Willi Fiolka beschrieb sie mit den Worten: «Wenn Menschen ein Rad betrachten, sehen sie die Nabe, die Speichen und die Felge. Es gibt aber ganz wenige Menschen, die die Räume dazwischen sehen und sich dafür interessieren». Zweifellos gehörte Verena zu diesen wenigen Menschen!
Folgende Bilder sind aus Nachlass der Künstlerin erhältlich.
Alle Werke sind mit Acryl gemalt auf gerollter Leinwand.
Preise auf Anfrage.